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Für erfolgreiche Sektorenkopplung gibt es keine Blaupause. Um lokale und regionale Potenziale zu nutzen, sind Stadtwerke & Co. unverzichtbar.

Von Philipp Vohrer und Sascha Müller-Kraenner.

Die globale Klimaerwärmung soll bis 2050 auf unter 2 Grad Celsius, besser noch auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden. Das hat die Staatengemeinschaft im Rahmen des Klimavertrags von Paris im Dezember 2015 beschlossen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss in den industrialisierten Ländern wie Deutschland vor allem auch und insbesondere die Energiewirtschaft umgebaut werden: Weg von fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl und Erdgas – hin zu Erneuerbaren Energien.

Bis zum Jahr 2050 müssen die Treibhausgas-Emissionen um 95 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden. Das bedeutet, dass neben dem Stromsektor auch die Energieverbrauchssektoren Wärme und Verkehr nahezu treibhausgasneutral werden müssen.

Die Kopplung der Sektoren kann den Klimaschutz vorantreiben

Dazu bedarf es zunächst Steigerungen der Energieeffizienz, um den bisherigen Energieverbrauch in allen drei Sektoren deutlich zu reduzieren. Der verbleibende Energiebedarf muss dann vollständig aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden. Neben direkt einsetzbaren regenerativen Energietechnologien, wie Solarthermie, Wärme aus Biomasse oder Biokraftstoffe, ist aufgrund der begrenzten Potenziale dieser Ansätze dazu auch erneuerbarer Strom, vor allem aus Sonne und Wind, erforderlich. Hierfür müssen die Sektoren Wärme und Verkehr eng mit dem Stromsektor „gekoppelt“ werden.

Diese Sektorenkopplung wird außerdem als wichtige Flexibilitätsoption zur Stabilisierung eines Stromsystems mit großen Anteilen fluktuierender Stromerzeugung angesehen.

Die Rolle der Kommunen im Rahmen der Verknüpfung von Strom, Wärme und Verkehr

Die technisch verfügbaren Optionen der Sektorenkopplung sind vielfältig und komplex. Es gibt keine Blaupause für ganz Deutschland. Vielmehr bedarf es regional unterschiedlicher Ansätze, die vorhandene Infrastrukturen und verfügbare Erneuerbare Energiequellen vor Ort mitberücksichtigen.

Den kommunalen Unternehmen kommt daher eine bedeutsame Rolle für die intelligente Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr zu. Sie müssen gemäß den individuellen Herausforderungen und Potentialen in ihrer Region einen eigenen, effizienten Lösungsweg suchen. Zwar sind die Voraussetzungen der vielen Kommunen in Deutschland sehr heterogen, jedoch sind das Vorgehen und die Überlegungen in Ansätzen übertragbar und die verantwortlichen Akteure können so voneinander lernen.

Was für viele noch ein abstrakter Begriff ist, wird von einigen Vorreitern in Deutschland bereits heute in der Praxis erprobt  und schon jetzt ist die Vielfalt groß. Gehen wir also die nächste Phase der Energiewende an – mit Sektorenkopplung und den Kommunen.

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